Green Republic

„Green Republic“ ist eine Stadt in der Stadt. Eine Stadt gemacht für freie künstlerische Interventionen. Ein Ort der Auseinandersetzung und der Gemeinschaft.

Green Republic

Zielsetzung von „Implizite Exklusion / explizit inkludieren!“ ist es, den öffentlichen Raum, und den Umgang damit zu thematisieren. Die eingereichten Projekte sollen den öffentlichen Raum benutzen, umdeuten und hinterfragen. Einer der umstrittensten öffentlichen Räume in Linz ist ohne Zweifel die Linzer Altstadt. Einerseits ist die Altstadt ihrer architektonischen Sehenswürdigkeiten aus dem Barock und der Renaissance ein Begriff. Zahlreiche Fassaden und historische Gebäude sind fixer Bestandteil einer Führung durch die Linzer Innenstadt. Andererseits befindet sich hier auch der Mittelpunkt des Linzer Nachtlebens. Diskussionen über Sperrstunden, Lärmbelästigung, Anrainerklagen etc. sind fixer Bestandteil dieses Stadtviertels. Medien bezeichnen dieses Viertel oft als das gefährlichste Terrain Oberösterreichs, Messerstechereien sollen an der Tagesordnung stehen. Die erhöhte Polizeipräsenz und Überwachung in den Gassen lässt sogar Besucher tagsüber kurz den Atem anhalten. Die Linzer Altstadt wird mehr und mehr zu einem Unort, und somit uninteressant für Tourismus und Gastronomie. Für Künstler und Kulturschaffende jedoch hat dieser Ort etwas magisches. Zahlreiche Initiativen der Linzer Scene haben sich hier angesiedelt. Galerien, Büros, Diskussionsräume und nicht zuletzt Ateliers sind hier zu finden. Etliche Künstler arbeiten und leben in diesem Viertel.

Diese Strassen haben grosses künstlerisches Potential. Das Projekt „Green Republic“ beschäftigt sich mit genau diesem kontroversiellen Teil der Stadt. Angelehnt an den städtebaulichen Entwurf der Gartenstadt des Briten Ebenezer Howard, der 1898 in England als Reaktion auf die schlechten Wohn und Lebensverhältnisse neue Modelle der Stadtentwicklung entwarf, versucht „Green Republik“ durch bestimmte Interventionen der Linzer Altstadt ein neues Lebensgefühl zu verleihen.

Die Stadt in der Stadt

„Green Republic“ versteht sich als Stadt in der Stadt. Ein grüner Kunstrasen wird durch die ganze Altstadt verlegt und unterstreicht symbolisch die Abtrennung dieser vom restlichen Linz. Ortsschilder werden angebracht um den Besuchern zu verdeutlichen das sie hier das typische Linz verlassen und in eine neue Stadt, eine Stadt der freien Kunst und Kultur eintreten. Plätze und Strassen werden neu benannt, Gedenktafeln neu interpretiert. Die Altstadt wird für ein Monat (oder länger) eine grüne Stadt der Freiheit. Eine Stadt der Kunst und Kultur. Das Zentrum dieser neuen Stadt, der Stadtplatz (siehe Skizze) funktioniert als Ort der Begegnung, Auseinandersetzung und Erholung. Ein Pool lädt ein sich zu erfrischen, in der Poolbar werden fleissig Shakes gemixt und eine Bühne bietet den Kunst- und Kulturschaffenden der Altstadt einen neuen Spielort.

 
Ein Projekt für LinzImPuls 2008
Jürgen Glück/ Künstler/ Linz OÖ und Roland Krebs/ Stadtplaner/ OÖ
März 2009

Nicht realisiert.