Identity City Lab _ creating multiple urban identities

Vom 5. bis 8. Juni 2013 bringt die CREATIVE REGION heimische und internationale ExpertInnen der Stadtplanung und –entwicklung und des kreativen, experimentellen Urbanismus nach Linz/OÖ: Klaus Overmeyer (Urban Catalyst Studio, Berlin), Peter Arlt (Linz), Chris Müller (Künstlerischer Leiter Tabakfabrik, Linz), Clemens Bauder (Linz), Kristian Koreman (ZUS Architects, Rotterdam), Robert Temel (Wien), Christoph Wiesmayr (Schwemmland, Linz), Roland Gruber (nonconform architektur vor Ort, Wien), Philippe Cabane (Urbane Strategien und Entwicklung, Basel), Martina Baum (STUDIO . URBANE STRATEGIEN, Karlsruhe), Jose Luis Vallejo & Jorge Toledo García (Ecosistema Urbano, Madrid), Judith Lehner (Technische Universität, Wien), Anton Falkeis (Universität für Angewandte Kunst, Wien), Mathias Böttger (Kunstuniversität Linz), Bernd Vlay (Akademie der Bildenden Künste, Wien) und andere.

Die Veränderung der Identität von Orten, Stadtteilen oder ganzen Städten ist ein Resultat eines stetigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und demographischen Wandels. Sei es durch ökonomischer Veränderung, Gentrifizierung, Urban Decay, Kriege oder Naturkatastrophen: der Ort ist in seinem historischen Kontext einem konstanten Wandel unterzogen. Da sich Stadtplanung nicht in einem prognostizierbaren Entwicklungshorizont abspielt, greifen klassische Planungsinstrumente oft zu kurz um die Entwicklung urbaner Räume in ihrer Komplexität zu erfassen und zu steuern. Prozessorientierte, kreative, bottom-up (Planungs-)Strategien und die Erweiterung um künstlerische Verfahrensweisen scheinen alternative Methoden zur Entwicklung von räumlichen Strategien und städtebaulichen Veränderungen zu sein. Es sind nicht mehr eindeutige Handlungsstrategien einzelner Berufsfelder (z.B. ArchitektInnen, StadtplanerInnen, SoziologInnen, KünstlerInnen etc.), sondern vielmehr interdisziplinäre Ansätze, welche Systemgrenzen spielerisch überschreiten und neue,kreative Entwicklungsszenarien für Orte und deren Identität ermöglichen.

Ziel des Identity City Lab ist die Auseinandersetzung mit der Identität von Orten bzw. die Schaffung von Identität mit Hilfe kreativer und prozessorientierter Planungsinstrumenten in der Stadtentwicklung. Weil großflächige und singuläre Planung oft nicht funktioniert, lautet die neue Devise: Weg von statischen Planungs- und Arbeitsweisen hin zu kleinteilig individuellen, offen performativen und vor allem partizipativen Strategien.

In einer Diskussionsrunde stellen sich die ExpertInnen den Fragen des Zielpublikums: UrbanistInnen und ArchitektInnen, die kreativen von Linz und Österreich, Studierende, Lehrende, PolitikerInnen / Stadtplanung Linz / Entscheidungsträger / Projektentwickler und natürlich die interessierte Bevölkerung. Das anschließende Meet & Greet mit Snacks & Drinks und DJ Line bietet den optimalen Rahmen, sich mit den TeilnehmerInnen und den Vortragenden auszutauschen und zu vernetzen.

Die Lectures dienen als Inputsession für drei Workshoptage mit dem Madrider Architektur Kollektiv Ecosistema Urbano mit dem Themenschwerpunkt Hafenviertel und die Entwicklung situativer, urbaner Strategien für die unkonventionelle Entwicklung multipler Identitäten. Konkreter Anlass ist die Entwicklung der Linzer Hafenbecken: http://goo.gl/maps/lB9M9. Die Hafenbecken – industrielle Identität der Linzer seit mind. 150 Jahren – werden zugeschüttet. Diese Entwicklung ist zu überdenken ist und soll mit ExpertInnen aus Europa diskutiert werden. Das Thema Hafen ist der Anknüpfungspunkt zum Thema der Zukunft der Städte und neue Praktiken der Stadtentwicklung – interdisziplinäre / multisektorale urbane Strategien. Es sollen innovative Tools und Methoden der Stadtentwicklung in den lokalen Diskurs gebracht werden. Linz hat eine Vielzahl an kultureller Akteure (Ars, Lentos, Tabakfabrik etc), diese sollen mit dem Thema Partizipation durch permanente / temporäre urbane Interventionen und Zwischennutzungen konfrontiert und somit eine Brücke zur Stadtplanung und Identitätsbildung von Stadtvierteln geschlagen werden.

Eine Publikation über die Ergebnisse der Workshops und Standpunkte der ExpertInnen soll als Impuls für die Stadtstadtentwicklung in Linz dienen und einen nachhaltigen Diskussionprozess über Planungstools und experimentelle Raumproduktion initiieren.

Film “Rotterdam 2040” directed by Gyz La Rivière // curated by wonderland - platform for european architecture.

Wo: Tabakfabrik Linz
Wann: Mittwoch, 5. bis Samstag, 8. Juni 2013

mehr zum Lab auf der Website der Creative Region Upper Austria: Infos // Programm // Review Symposium // Review Workshop

Artikel und Interview “Multiple Identitäten – auch am Wasser” vom 4. Juni 2013 in Der Standard.

Artikel und Interview “Nicht beim Reden stehen bleiben” vom 13.06.2013 in der Linzer Stadtrundschau / Nina Lindschinger: 

In Kooperation mit wonderland - platform for European architecture, architekturforum oberösterreich, Tabakfabrik Linz und der Architektenkammer OÖ!

kuratiert von Roland Krebs (Urban Planner & Urbanist).