Identity, reconstructed

In Malacatoya, one of the poorest rural areas of Nicaragua, the Foundation “Casa de los Tres Mundos” has erected a sculpture park. As a part of the community development process, oversized copies of salvaged pre-columbian findings have been molded to give back a piece of history to the people of the newly constructed village, to strengthen local identity and help preserve Nicaraguan cultural heritage.

“Only two miles from Los Àngeles, there is an indigenous cemetery, “El Sitio San Pedro”. For years, the excavation pieces, earthenware vessels, jewelry, figures, weapons and other archaeologically significant findings of the Chorotega tribes (800–1200 AD) have been carelessly unearthed by the impoverished population. This often involves working children and the pieces are sold for a few dollars to traders abroad.

The Sculpture park in Los Àngeles de Malacatoya presents some of these rescued objects in the form of oversized sculpture-copies, which turns dusty showcase exhibits into accessible, living past and arouses the interest and curiosity of the community” (J. KRANZ, “Identity Reconstructed: A Sculpture Park in Malcacatoya, Nicaragua” in: Antiquity, Vol 77 No 297 September 2003. Online at: http://antiquity.ac.uk/projgall/kranz/kranz.html

The Vision as drafted by Johannes Kranz.


Some Images from the implementation – and a test sculpture “el aguilar”.

 

(extended) german Version – Dörfliches Zentrum der Kommunikation, Kultur, Bildung und Spiel – Parque Central

Es reicht nicht, 131 Häuser zu bauen, damit aus zuvor verstreut entlang des Flusses Malacatoya wohnenden Menschen eine dörfliche Gemeinschaft wird. Diese muss ebenso gegründet, gefördert und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Ein zentrales Element – der geplante dörfliche Park – ist ein essentielles Bindeglied zur Gründung einer Dorfidentität. Dort entsteht ein freier Kommunikationsraum in dem sich die Bewohner treffen, erholen, spielen und austauschen können.

Vorphase: Umfragen, Planung (abgeschlossen)

Die Grundlage für die Gestaltung des Dorfplatzes liefert eine Umfrage im Projektdorf im März 2002 (vom Malactoya – Team der Casa de los Tres Mundos bzw. Grupo Sofonias). Die Bestandaufnahme der Wünsche der lokalen Bevölkerung (Baumtypen, Skulpturen, Kinderspielplätze, etc.) ging nahtlos in die Planung eines ländlichen Parks für die Comunidad über.
Wesentliche Elemente der Gestaltung sind die Bepflanzung des ca. 4.000 m2 großen Areals in der Dorfmitte, die Versorgung mit kommunikationsfördernden Elementen wie einer Bühne und einem offenen Versammlungsraum sowie der Skulpturenpark und ein kleines Museum über die lokalen präkolumbischen Ausgrabungen im angrenzenden San Pedro.

Allgemeine Gestaltungselemente

Wegesystem

Ein gepflastertes Wegesystem soll gewährleisten, dass der Park auch während der Regenzeit genutzt werden kann.

Baumalleen inkl. Bewässerungsbrunnen

Zur Einfassung des Parkgeländes und als Schattenspender werden ca. 40 mannshohe Bäume (Königspalmen, Lorbeer, Chilamate, etc.) gepflanzt, daneben jedoch auch ornamentale Sträucher mit verschieden färbigen Blüten, die Farbe und Anreiz in das vorherrschende Grün bringen sollen.
Um ein Überleben der Pflanzen in der Trockenzeit zu garantieren, wird ein ca. 7 m tiefer Bewässerungsbrunnen mit Windantrieb gebaut.

Sitzbänke

Mindestens 25 gemauerte Sitzbänke werden zum Verbleiben einladen – ein Teil davon rund um den Spielplatz postiert, wird es den Eltern ermöglichen ihre Kinder beim Spielen zu beobachten.

Sitzmauer

Eine Sitzmauer rund um den Park herum soll zum Ausruhen und Rasten dienen, aber auch Tiere (Kühe, Pferde, etc.) am Betreten des Geländes hindern.

Aufbau und Funktionen

Das Wegesystem beruht im Wesentlichen auf Beobachtungen über die Routenwahl (nichtmotorisierter Verkehr) der einheimischen Bevölkerung im Planungsgebiet. Im Dorf sind alle zentralen und öffentlichen Einrichtungen (Gemeindezentrum, Gesundheitszentrum, Grundschule, etc.) in der Mitte, also rund um den Dorfplatz gruppiert. Das einfache System der Fußwege teilt das Planungsareal in drei funktionale Bereiche.

Östlicher Bereich (Unterhaltung)

  • Eine öffentliche Festwiese für Veranstaltungen bzw. Versammlungen und sakrale Feiern (990 m2)
  • Eine Bühne (im unteren Teil eines Wassertanks) soll kulturelles Programm (der Casa de los Tres Mundos, sowie anderer Veranstalter) im Dorf ermöglichen.
  • Im nördlichen Teil der Festwiese bietet ein grosszügig angelegter Rancho (ein mit Palmenblättern bedecktes, nach allen vier Seiten offenes Haus) Platz für Versammlungen bzw. Veranstaltungen für Regentage in der Regenzeit (ca. Mai bis Jänner). Um dem Problem der zahlreichen Moskitos bei Einbruch der Dunkelheit entgegenzuwirken, wird an allen Seiten ein großes, abnehmbares Mosquitonetz befestigt.

Westlicher Bereich (Bildung, Ausruhen)

  • Der bereits in Bau befindliche Skulpturenpark in Los Angeles (1.300 m2) fördert ein Bewusstsein für die eigene Vergangenheit, wirkt identitätsstiftend und hat durch die Nähe der Ausgrabungsstätte San Pedro (mit nur einem Kilometer Entfernung) unmittelbaren regionalen Bezug. Mit dieser attraktiven Aufbereitung soll das Interesse und die Neugier der Gemeinde an ihrer eigenen Geschichte geweckt werden. Die Skulpturen sind überdimensionierte Repliken im Maßstab 40 : 1 mit einer Höhe von ca. 2 Metern.
  • Ein Ceiba – Baum (lat. Ceiba pentandra), der heilige Baum der Indigenas, die die Gegend Malacatoyas vor Ankunft der Spanier bewohnten, wird im Mittelpunkt des Parks ebenfalls im westlichen Bereich stehen. In der Mythologie der präkolumbischen Bevölkerung vor ca. 900 Jahren war dieser Baum das Zentrum der Welt, der die Erde mit dem Himmel verbindet. In Regenwald – Regionen kann ein Ceiba Baum eine Höhe von 70 m erreichen! Besonders ausgeprägt sind die Wurzeln dieses Baumes.

Nördlicher Bereich (Bildung, Spiel, Erfrischungen)

  • Ein Museum in Los Angeles soll die Geschichte der vorspanischen Ahnen und Vorfahren wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung rufen. So sollen einige ausgewählte Fundstücke der nur einen Kilometer Luftlinie vom Projektdorf Los Angeles befindlichen Ausgrabungsstätte „Friedhof San Pedro“ in diesem kleinen Museum ausgestellt werden.
  • Kinderspielplatz, sicher eines der Hauptattraktionen im Park, da Los Angeles von sehr vielen jungen Elternpaaren bewohnt wird und die Kinderzahl pro Familie durchschnittlich 5 beträgt. Es sollen Spiele wie Schaukeln, Rutschen, Wippen, Kletterturm und eine Sandkasten installiert werden.
  • Kiosk an der Wegkreuzung, der den Parkbesuchern Getränke, Eis und Erfrischungen anbieten soll.

Umsetzungsphasen
Die Umsetzung des Parque Central erfolgt in zwei Phasen. Die erste Phase liefert die Basis, d.h. Wegesystem, Bäume als Schattenspender für die allgemeine Funktionalität des Parks. Phase zwei zielt auf Detailprojekte (Museum, etc.) ab.

Phase I (im Laufe d.J. 2003)
Wegesystem / Baumalleen inkl. Bewässerungsbrunnen / Ceiba – Baum / Sitzbänke / Festwiese für Veranstaltungen bzw. Versammlungen und sakrale Feiern (990 m2) / Kinderspielplatz

Phase II (im Laufe d.J. 2004
Sitzmauer / Bühne (im unteren Teil eines Wassertanks) / Rancho (ein mit Palmenblättern bedecktes, nach allen vier Seiten offenes Haus) / Museum über präkolumbisches Malacatoya / Kiosk an der Wegkreuzung

 
A project by Roland Krebs and Johannes Kranz.
Funding: private Donors and Austrian Development Agency (ADA)
Project Planning: 2001 – 2002
Implementation: 2002 – 2004