la_maquina / the temporary as the new permanence

la_maquina — ist ein urban tool („urbanes Gerät“) in Form eines Containers zur Erfüllung soziokultureller Aufgaben an zwei sehr unterschiedlichen Orten: Wien und Managua. Das speziell adaptierte, mobile Containerensemble kommuniziert in Verbindung mit unterschiedlichen (kulturellen) Veranstaltungen aktuelle Themen der Internationalen Entwicklung: Das globale Phänomen der Verstädterung, Varianten der Migration, Vor- und Nachteile der Informalität, Illegalität, identitätsstiftende Möglichkeiten von Eigeninitiative, sozialer Stadtplanung und Inklusion in der Stadtentwicklung sowie Schnittstellen zur urban-ländlichen Entwicklung in Ländern des Südens. Es werden Verstädterungsprozesse, Informalität und Spontanität zur Gestaltung des Lebensraums zum Thema gemacht. Es geht vor allem um Aktivierung und Reaktivierung des ungenutzten öffentlichen Raums in sehr unterschiedlichem sozialen Kontext. Plätze, welche für Aktionen genutzt werden, stellen einen bedeutenden Faktor für die Identifikation und das Sozialleben der StadtbewohnerInnen dar. Das unmittelbar verfügbare tool la_maquina bietet die Möglichkeit die mannigfaltig vorhandene Hemmschwelle zu überwinden, den öffentlichen Raum neu zu nutzen, neue Perspektiven und gute Nachbarschaft zu schaffen und mit Eigeninitiative zu agieren.

Vision “la_maquina” // Praterstern, Wien

Von Juli bis Oktober 2012 soll der Container den Transitraum Praterstern im zweiten Wiener Gemeindebezirk – ein Ort mit geringer Aufenthaltsqualität –  aktivieren und durch sein hohes Maß an Flexibilität im Bezug auf die Bespielung eine Anziehungskraft für alle Bevölkerungsgruppen bieten, einen neuen Ort der Begegnung und des Austauschs definieren und über globale Phänomene der Verstädterung und Informeller Stadtentwicklung sowie über Lösungsstrategien in Nicaragua informieren.

Die vom interdisziplinären Team aus Mitarbeitern des Vereins Pan y Arte Österreich kuratierte, organisierte und betriebene Intervention im öffentlichen Raum bietet ein Programm im Kontext der sich gegenseitig ergänzenden Entwicklungszusammenarbeit. Kunst und Kultur dienen dabei sowohl als Antrieb als auch als Förderer, Begleiter und Unterstützer von Entwicklungsprojekten und Tendenzen auf multiplen Ebenen.

Das Programm des Festivals wird in Form von Ausstellung, Seminaren, Diskussionsveranstaltungen, Lesungen, einer Filmreihe zum Thema soziale Architektur und Stadtentwicklung und temporärem Barbetrieb abgehalten.

Der Container la maquina wird in weiterer Folge ab Ende 2012 im Parque de la Candelaria, mitten im alten Zentrum Managuas aufgestellt, um dort eine ähnliche Rolle im eingeschränkt benutzbaren, öffentlichen Raum einnehmen: Es ist ein Ort der Begegnung und Kommunikation, ein Freiluftkino, Veranstaltungsort und Ausgangspunkt vieler Aktivitäten für das von der Casa de los Tres Mundos gemeinsam mit der Technischen Universität Wien und der Universidad Centroamericana durchgeführte Projekt urban_managua (UM). UM ist ein Projekt zur Aktivierung sicherer öffentlicher Räume mit Aufenthaltsqualität, urbaner Eigeninitiativen im Bereich Stadtentwicklung sowie die Ausbildung der ersten StadtplanerInnen und UrbanistenInnen in Zentralamerika. la_maquina soll nach der Umsetzung des Projekts an die Community übergeben werden, die den Betrieb des Kultur- und Begegnungszentrums in Eigeninitiative weiterführen wird.