landstadtfluss / Masterplan Grieskirchen Süd

Es entsteht ein neuer, urbaner Stadtteil als Erweiterung des Zentrums von Grieskirchen. Dieser mischgenutzte Stadtteil wird mit ca. 200 neuen Wohnungen, Büroflächen, einem Hotel, einem Schülerheim, einem Senioren- bzw. Pflegeheim, einem neuen Volksschulgebäude und einem Parkhaus ausgestattet sein.  Durch die relativ dichte Bebauung wird städtischer Raum geschaffen, welcher an die Bautypologien (d.h. geschlossene Bauweise) des Zentrums anknüpft. Gleichzeitig werden die Typologien des Bestands südlich der Bahn, dh. offene Bauweise behutsam in die Stadtgestalt eingegliedert. Mit teilweiser geschlossener Bauweise und teilweise aufgelöster Blockrandbebauung entstehen mehrere Plätze, die einen spannenden Stadtraum erlebbar machen. Die Gebäude sind überwiegend drei und viergeschossig, an wichtigen Punkten werden städtebauliche Akzente (vor allem entlang der Bundesstraße) gesetzt.

Die Anbindung an den Stadtkern erfolgt über die bestehenden Unterführungen unter der Bahnlinie, sowie über eine neu geschaffene Verbindung unter der Bahn zum Grundstück der ehemaligen Privatmädchenhauptschule und weiterführend zum „Landl Platz“. Im Zuge der Nachnutzung der ehemaligen Privatmädchenhauptschule (derzeit als HTL genutzt) ist der Erdgeschossbereich als Passage z.B. durch das Gebäude hindurch oder seitlich am Gebäude vorbei entwickelt. Wesentlich ist, dass der neue Stadtteil an das Zentrum angebunden ist und die „Barriere“ Bahn überwunden wird.

Entlang der Bundesstraße und im Bereich der Bahntrasse sind vorwiegend lärmunempfindlichere Nutzungen angeordnet. So sind in diesem Bereich wie eine Klammer ein Gewerbebereich für Büro- und Geschäftsnutzung, ein Schülerheim und/oder Altenpflegeheim, ein Hotel, ein Parkhaus und der neue Standort der Volksschule vorgesehen. Die Nutzung des Areals ist in den verkehrsberuhigten Innenzonen stets eine hochwertiges Wohnen mit einer Anbindung an den attraktiven Grünraum entlang des Flussbeets. Dieses innenliegende, ruhige Wohngebiet soll durch die umliegenden, höheren Gebäude von Lärm und anderen Immisionen der Bundesstraße geschützt werden.

Im Bereich der Stadteinfahrt verändert die Stadt ihr Gesicht: Die geschlossene Bauweise, die Fassaden des Bürogebäudes, die attraktive Fassade des Hotels, sowie das Parkhaus leiten den Besucher von der Bundesstraße in die Stadt. Die Stadteinfahrt war bisher von einem einfachen Industriebau der Firma Gföllner geprägt und das historische Zentrum versteckte sich hinter der Bahnlinie. Nun wird das Innere nach aussen gekehrt, die Grenzlinie der Innenstadt verlegt die Grenzen an die Bundesstraße, wo Grieskirchen ein „Schaufenster“, ein neues Image der lebenswerten ländlichen Stadt am Fluss („LANDSTADTFLUSS“) präsentiert.

Planungsgrundsätze – Lösungsansätze

Verbindungen
Verbindungen schaffen – Zentrum anbinden – Bahndamm überwinden – leistungsfähige Anknüpfungspukte schaffen und verbessern.

Image
Stadteinfahrt: Identitätsfindende Architektur für die Stadteinfahrt – schaffen eines „Schaufensters“ – die den Besucher ins Zentrum leitet

Typologie
Zentrum erweitern – teilweise geschlossene Bebauung, Nutzungsmischung fördern, Zentrumscharakter herstellen (Zentrum nach aussen kehren – Zentrum vergrößern), Urbanes Flair – Verdichter, mehrgeschossiger Wohnbau, Volksschule städtebaulich integriert

Wohnbau
Verschiedene Themen für den Wohnbau definieren (Senioren, Singlewohnungen, betreutes Wohnen, Barrierefreie Wohntypen, etc.)

Parkplätze
Bestehende Parkplätze (teilweise) belassen und neue Parkplätze im  Stadtentwickungsgebiet vorsehen – Zentrale Bündelung mittels Parkhaus ist erstrebenswert.

Urbanität
Urbane Bereiche – Plätze – Happening mit Grünraum attraktiv verbinden

Grünbereiche
Grünraum interessant und zeitgemäß gestallten, zugänglich machen, Cafés und Entertainment ansiedeln, Interessantes Ensemble entlang des Flusses schaffen, Grünraum erlebbar machen, Wasser als Verbindungs- und nicht als Trennelement sehen.


Übersichtsskizze


© ARGE Frömel, Grossruck, Antlinger, Waldhör, Krebs – September 2010