NORD / die centrale

Städtebaulicher Ideenwettbewerb NORDBAHNHOF

Ein Platz dient als verbindendes Element von Frei- und Grünraum Donau bis zur grünen Mitte des Stadtentwicklungsprojekts „Nordwestbahnhof“, hin bis zum Augarten. Dieser Platz ist auch ein städtebaulicher Abschluss des Boulevards Bruno-Marek-Allee und hat eine zentrale Stellung im Leitbild “die centrale”.

Masterplan Nordbahnhof “die centrale”

Konzipiert als urbane Mitte – umgeben von einer dichten Struktur mit vertikaler Nutzungsmischung und einer belebten Erdgeschosszone gibt die centrale dem Stadtentwicklungsprojekt „Nordbahnhof“ einen identitätsstiftenden Ort, ein urbanes Subzentrum. Die dichte Struktur des autofreien Platzes löst sich in den Baublöcken konsequent auf und ermöglicht spannende Räume in den Höfen. Der Bildungscampus bildet einen städtebaulichen Abschluss zur centrale.
Die ökologisch wertvolle “Stadtgstettn” wird durch einen 1,2 ha großen, naturnah gestalteten Park erweitert, welcher auch als Erweiterungsfläche für den Bildungscampus in den bestehenden Campus integriert werden kann. Das EKZ am „Knie“ Nordbahnstraße, Dresdnerstraße und Taborstraße hat eine unterirdische Anbindung in Form der umgestalteten, attraktivierten Unterführung zur centrale. Diese ist als öffentlicher Raum gestaltet – begeh- und befahrbar für jedermann – ohne Kaufzwang. EKZ und städtische Nutzung der Einkaufsläden in den EG Zonen an der centrale haben eine komplementäre Shop- und Marketingstrategie. Eine Managementgesellschaft steuert die Vermietung und Vermarktung der EG Zonen im öffentlichen Raum. Der unter Denkmalschutz stehende Wasserturm und die ÖBB-Signalstreckenanlage sind historische Referenzen zur ehemaligen Nutzung des Nordbahnhofs. Die Gebäude sind durch den großzügigen, urbanen Platz in Szene gesetzt. Mögliche Nutzungen sind Café, (Bahnhof-)Museum als Referenz zur Geschichte des Orts, Galerie, Restaurant, etc. Die Bruno-Marek-Allee, als städtischer, aber verkehrsarmer Boulevard angelegt, mündet in der centrale. Entlang des Boulevards sind EG Lokale und Restaurants, Bars und Cafés angesiedelt. Einige Platzsituationen in der aufgelösten Blockrandbebauung laden zum Verweilen ein. Entlang der Bahntrasse ist ein großzügiger, in Themen geordneter Grün- und Erholungsstreifen konzipiert. Themen sind: Freiluftkino, Urban Gardening, Erlebnisgrün, VolksTheater, openArtSpace, etc., dh. Nutzungen, die die Gemeinschaft, kulturelle Aktivitäten und Kreativität fördern.

Das Quartier an der Nordbahnstraße im westlichen Teil hat einen höheren Büro- und Gewerbeanteil. Hochpunkte mit Wohnnutzungen sind raumgliedernde Elemente und ermöglichen qualitativ hochwertige Wohnnutzungen. Die ehemalige, unter Denkmalschutz stehende Leichenhalle wird inklusive des angeschlossenen Wohnbaus in ein lokales Kunst- und Begegnungsforum Leichenhalle (KBFL) für den zweiten Bezirk umgewandelt. Der zentrale Ort ist ein kulturelles Bindeglied zwischen den neuen Stadtentwicklungsgebieten Nordbahnhof und Nordwestbahnhof. Er dient als neuer Standort für die Gebietsbetreuung GB2. Künstler haben hier die Möglichkeit im Kunst und Begegnungsforum zu arbeiten und auszustellen. Ein ansprechender, moderner Neubau bietet zusätzliche Flächen für ein Sozial und Begegnungszentrum. An der Innstraße ist ein reines Wohngebiet mit rund 280 Wohneinheiten für Baugruppen und experimentelle Wohnmodelle, z.B. Wohngemeinschaften reserviert. Dieses aufgelockerte Wohngebiet gliedert sich behutsam in den Bestand der umliegenden, kleinteiligen gründerzeitlichen Blockrandbebauung ein. Eine Mischung von konventionellen Wohnbauträgern und neuen Eigeninitiativen-Wohnformen führt zu einer sozialen Durchmischung dieses Teils der centrale.

erster Entwurfsschritt: Die Baufelder

zweiter Entwurfsschritt: Die Blockrandbebauung

dritter Entwurfsschritt: Die aufgelöste Blockrandbebauung

 

Städtebauliches Verständnis / Tagline

  • Flexible aufgelöste Blockrandbebauung
  • Prozessuale, interdisziplinäre Stadtentwicklung statt starrer, technischer Bebauungsplanung
  • Qualitätssicherung durch Anhandgabe, Verpflichtung der Durchführung von Wettbewerben und Einrichtung eines Gestaltungsbeirats
  • Belebte ErdgeschossZonen im ganzen Quartier durch eine Quartiersmanagementgesellschaft
  • Urbanität durch hohe Dichten mit GFZ 3 und GRZ 50 %
  • 4.100 Einwohner und 6.000 Arbeitsplätze
  • Nutzungen: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen in der Stadt, Einkaufen im EKZ, Kunst und Kultur Forum, Restaurants und Cafés.
  • Neue Wohnformen – Baugruppen und Wohngemeinschaften
  • Klassisch geförderter und freifinanzierter Wohnbau
  • Autofreiheit und Shared Space für ÖV, Rad- und Fußgeherverkehr an Platzsituationen
  • Schleifen- und Einbahnlösungen für MIV – Durchlässigkeit und kurze Wege für den ÖV, Fußgänger und Radfahrer.
  • Stellplatzregulativ generell 50 % – als Ausgleich Schaffung eines Zentralen CarSharings für die Bewohner des Quartiers – Etablierung eines Mobilitätskonzepts für den MIV.
  • Sammeltiefgaragen – kein bis sehr reduzierter ruhender MIV im Quartier
  • Five-Minute-City – die Stadt der kurzen Wege, optimale fußläufige Erreichbarkeit von Einrichtungen des täglichen Bedarf und Nähe zu Arbeitsstätten.
  • Schaffung eines durchgängigen Grün- und Freiflächenkonzepts von der Donau bis zur „Grünen Mitte“ im Stadtentwicklungsgebiet „Nordwestbahnof“
  • Sehr gute Anbindungen für Fuß- und Radfahrverkehr über die Holubstraße und Grünschleife bis zur Donau für Naherholung (Donauufer, Donauinsel, Augarten, etc.) und Sportmöglichkeiten beiderseits entlang der Bahntrassen.

Wien, 22.01.2012